Russlands Zukunft wird besser als die Gegenwart: Putin ist im günstigsten Fall ein Mann des Übergangs (kleinezeitung.at)

Wunder ist keines eingetreten, Wladimir Putin wird nach zwölf Jahren an der Macht ein drittes Mal als Präsident in den Kreml einziehen. Seinen internen Eliten gegenüber, die an ihm zu zweifeln begannen, hat er Stärke demonstriert.

Dennoch übernimmt ein geschwächter Zar das Zepter. Ein bedeutender Teil der Bürger stellt die Legitimität seines Sieges infrage. Es mag eine Minderheit sein, doch es handelt sich um jene Russen, die das höchste Bildungsniveau und Potential für die Zukunft haben. Die Opposition weigert sich zu Recht, eine Wahl anzuerkennen, von der ihre Kandidaten von vornherein ausgeschlossen waren.

Wie sich die Dinge entwickeln, wird man am Verhalten beider Seiten in den nächsten Monaten ablesen können. Putin stehen zwei Hauptrichtungen offen: Er kann sich gegen die Forderungen der Demonstranten abschotten, unter der Prämisse des eigenen Machterhalts den Stillstand verwalten, die Daumenschrauben anziehen. Ein nicht unwahrscheinliches Szenario angesichts seines Verhaltens in der Vergangenheit. Man kann aber auch für einen ehemaligen KGB-Mann nicht ausschließen, dass er angesichts neuer Zeiten über sich hinauswächst. Im Falle Putins würde das bedeuten, dass er eine schrittweise Liberalisierung zulässt, zum Beispiel indem er seinen Tandempartner Medwedew endlich jene Reformen umsetzen lässt, die dieser wortreich angekündigt hat. Putin böte sich die Chance, als Mann des Übergangs in Erinnerung zu bleiben, der die Reifung Russlands zur Demokratie verzögert, aber nicht verhindert hat.

Russlands Zukunft wird besser als die Gegenwart: Putin ist im günstigsten Fall ein Mann des Übergangs (kleinezeitung.at)

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