Verheugen und die Bild-Zeitung

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Written by Christel Hahn   
Tuesday, 12 December 2006
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GASTSPRACHE DEUTSCH - Am Donnerstag früh sahen die Leser der Bild-Zeitung auf der Titelseite das Foto eines älteren Paars in Freizeitkleidung mit der Überschrift: EU-Kommissar Verheugen und seine schöne Kabinettschefin - Jetzt auch noch Nacktfotos.

Image Im Artikel war von einem gemeinsamen Besuch eines FKK-Strandes in Litauen die Rede, dass das Wochenmagazin Focus die Veröffentlichung dort gemachter Bilder prüfe, von einer Turtel-Affäre mit einer hochbezahlten EU-Beamtin, und es wurden EU-Politiker mit der Ansicht zitiert, dass der Besuch eines FKK-Strandes mit der eigenen Kabinettschefin eine Missachtung der Würde des Amtes und eine Verletzung des Ehrenkodex sei.

Industrie-Kommissar Verheugen hat vor einiger Zeit ganz andere Schlagzeilen gemacht.
Er hat die EU-Bürokratie aufs heftigste kritisiert und drastische Änderungen gefordert. Für einen Kommissar ein recht ungewöhnlicher Schritt.

Spiegel Online schrieb am 5.10.2006: Ungewöhnlich deutliche Kritik an der Struktur der EU - und das aus eigenen Reihen: Technokratisch, arrogant, von oben herab, so sei das Auftreten mancher EU-Beamter, sagte Vizepräsident Verheugen. Brüssel müsse auf machthungrige Beamte höllisch aufpassen.

Bei dieser Kritik geht es um handfeste Interessen für die europäische Wirtschaft: Laut Industriekommissar Verheugen kann eine 25%ige Reduzierung der Bürokratiekosten für europäische Unternehmen Produktivitätsgewinne in Höhe von 150 Mrd. Euro bewirken. Und er spricht von einem notwendigen Kulturwandel in der Kommission. (1)

Kurz nach diesem Schritt begann eine öffentliche Kampagne gegen Verheugen wegen einer möglichen Beziehung zu Petra Erler. Jedem einigermaßen informierten Beobachter war damals klar, dass diese Kampagne eine direkte Reaktion auf VerheugensBeamtenschelte war.

Ich selbst kenne weder Verheugen noch Erler, möchte aber einige offensichtliche Fragen stellen.

Könnte es sein, dass ein Politiker, der über Jahre in Brüssel lebt und arbeitet, nun feststellt, dass das System, dem er so lange und so treu gedient hat, eine monströse Hydra (2) ist ? Könnte es sein, dass er nicht seine Sex-Gespielin auf einen lukrativen Posten befördert, sondern dass sein Leben als treuer Diener dieses Systems eine neue Wendung bekommt, weil er mit einer intelligenten und kompetenten Frau zusammenarbeitet ? Und könnte es nicht sein, dass es für jemanden, der den besten Teil seines Lebens im Büro verbringt, vollkommen normal ist, seine Freunde unter seinen Kollegen zu finden, wie für Millionen andere Bürger in ähnlichen Situationen ? Und könnte es nicht auch sein, dass die Liebe in dem Politiker die Dringlichkeit der Frage, ob seine Arbeit den Bürgern dient, verstärkt ?

Kann jemand, und sei es ein Politiker, der sein Menschsein lebt, wirklich noch Ja zu einem entarteten und lebensfeindlichen System sagen. Muss er nicht den Mut aufbringen Nein zu sagen ?

Nun, wie schon gesagt, ich kenne beide nicht persönlich, und dies ist nur die persönliche Interpretation einer Frau, die die Fragestellung aus eigener Erfahrung kennt.

Die Bild-Zeitung scheint das Spiel der Bürokratie gerne zu spielen, sie lässt nicht los von ihrer Version des korrupten Politikers, der seine Gespielin zur Büro-Leiterin macht. Sie ist bereit, mit derlei Geschichten die Massen gegen Europa aufzuhetzen; sie ist aber nicht bereit, einen drastischen Wechsel des Systems zu fordern.

Diesen müssen die Bürger Europas selbst fordern und umsetzen.

Christel Hahn*
Tengen (Germany)

 

*Christel Hahn, 53, physicist, software developer, writer, today working as a cashier at a highway stop. Newropeans member and coordinator of Newopeans Democracy Marathon.

(1)        http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,440852,00.html
(2)        http://www.ftd.de/politik/europa/120389.html
(3)        Paul Kirchhof: Das Gesetz der Hydra, Gebt den Bürgern ihren Staat zurück!

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Last Updated ( Wednesday, 13 December 2006 )
 
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Conférence-Débat Justice en Europe

La deuxième rencontre du cycle
LA DEMOCRATIE EN DANGER”,
consacrée à la Justice en Europe

Le lundi 13 septembre
de 19h30 à 22h00
Salons de l’Aveyron
17 Rue de l'Aubrac
75012 Paris


A l’heure où les discours et les mesures sécuritaires et judiciaires se durcissent dans nombreux pays européens, où l’on sait les atteintes aux droits les plus élémentaires et aux principes fondamentaux des simples citoyens, quels traitements sont réservés à ceux qui tiennent les pouvoirs politiques, financiers, économiques entre leurs mains? Une conférence-débat organisée dans le cadre du cycle La démocratie en danger par Les Amis de Beppe Grillo à Paris et le NewropMag.

Intervenants: les députés européens Luigi De Magistris, Sonia Alfano et Rosario Crocetta ; Harald Greib, vice-président de Newropeans en charge des affaires des institutions européennes ; Eric Alt, magistrat, membre de l’association MEDEL (magistrats européens pour la démocratie et les libertés) et de l’association Anticor, et Corinne Lepage, députée européenne et ex Ministre de l’environnement, engagée dans la lutte contre la corruption politique et financière.

Parmi les sujets de discussion:
- L'infiltration des organisations criminelles et le vide législatif relatif en Europe
- Les récentes dépénalisations des crimes financiers et économiques en Italie, en France et leur traitement au sein des institutions européennes
- Présomption d'innocence ou de culpabilité? L'exemple de la “loi bâillon” sur les écoutes téléphoniques qui viole les recommandations de l’OSCE concernant l’emploi de sources et de matériels nécessaires aux investigations journalistiques au service de la démocratie.

Contacts:
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Marianne Ranke-Cormier, Rédactrice en chef du NewropMag
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