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Häresien, ein unerklärbares kollektives Verhalten

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Foto Anglo-Saxon Migration in the 5th century By my work [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Foto Anglo-Saxon Migration in the 5th century By my work [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Wenn wir uns die Krise mit den sogenannten Migranten anschauen, stellen wir uns Fragen: welchen Sinn, welchen Zweck hat das alles? Uns wir eingeredet, wir bräuchten Arbeitskräfte – wir haben doch Millionen von jungen arbeitslosen Europäern. Uns wir eingeredet, wir müssen für die Zeiten des Kolonialismus einbüßen. Wenn wir aber Millionen Menschen aus der Dritten Welt aufnehmen, berauben wir die dortigen Länder ihrer Arbeitskräfte und ihrer Intelligenz, wir handeln also ebenso wie die Kolonialisten. Uns wird eingeredet, es seien Flüchtlinge und wir sollten sie integrieren lernen, als wären Flüchtlinge per definitionem etwa nicht die Menschen, die in ihre zerstörten Länder zurückkehren möchten, sobald der Krieg zu Ende ist. Uns wird eingeredet, dass die Migranten aus der Dritten Welt uns bereichern, was wir aber am eigenen Leibe alltäglich erfahren sind Krawallen auf den Straßen und steigende Kriminalität. Was wir jeden Tag sehen, sind verstärkte Polizeikräfte auf den Straßen. Was wir jeden Tag hören, sind die Nachrichten, in denen uns berichtet wird, dass die osteuropäischen Länder sich gegen solche „Bereicherung“ stemmen. Uns wird eingeredet, dass die Ankömmlinge sich integrieren werden, doch vor unseren Augen entstehen ganze ausgesonderte Stadtbezirke, in die sich die Polizei nicht traut – parallele Gesellschaften. Uns wird eingeredet, dass die Vielfalt unsere Kraft ist, doch auf jedem Schritt erfahren wir von Konflikten mit dem ethnischen, rassistischen oder religiösen Hintergrund in verschiedenen Ecken unsrer Welt, wo die Bereicherung durch Vielfalt „genossen“ wird. Uns wird dies und jenes eingeredet, kein Argument klingt aber sinnvoll, wir selber fühlen aber innerlich, dass eine Katastrophe auf uns zukommt. Worum geht es hier eigentlich? Nicht etwa um die Wirtschaft, Hilfeleistung, Bereicherung, Neokolonialismus? Worum denn eigentlich? Woher der gewaltsame Zufluss der Fremden? Woher auf einmal der Wille, sie alle aufzunehmen? Afrika, oder Asien erfuhren seit Jahrhunderten vernichtende Kriege, doch nie zuvor nahm Europa deswegen solche Massen auf. Worum geht es hier?

Die Geschichte der Menschheit ist voll von Häresien. Wir verwenden hier einen Begriff aus der Theologie, verwenden ihn aber in einem breiteren Kontext. Die Häresien sind für eine kollektive Abweichung des psychischen Gelichgewichts symptomatisch, die sich ab und zu wie Feuer auf einer Prärie während einer Dürre, wie Viren in der Natur oder in Computern, mit allen möglichen Mutationen und Nebenwirkungen verbreitet. Wir meinen hiermit nicht nur Albigenser, Umstürzler, sondern auch Jakobiner, Marxisten, Leninisten und Anhänger vieler anderer wahnsinniger Ideologien. Die Abweichungen sind nämlich zwar zahlreich aufzufinden, sie haben aber den gemeinsamen Ursprung – die Entartung des kollektiven Ichs.
Die Anhänger einer Häresie, sprich Ideologie, werden hauptsächlich vom Gefühl des Ernannt-Seins, der Mission, der messianischen Schwärmerei, vom Begeisterungstaumel der moralischen Überlegenheit motiviert. Alle Häresien, die mutierten und populär wurden, die uns schon bekannt sind und die wir erst kennenlernen werden, haben einen gemeinsamen Nenner: sie alle (oder eher ihre Anhänger, Befürworter, Sympathisanten, Schüler und Weggenossen) wollen das Dasein der Menschheit verbessern, und zwar ab jetzt für immer, und zwar überall in der Welt.

Damit die Menschheit besser wird, werden manchmal die Abbilder Gottes vernichtet, manchmal wird Privatbesitz aufgehoben; manchmal wird Religion ausgewechselt, manchmal bedeutet das, die Gesellschaft umzuerziehen; mal wird eine Religion, mal der Atheismus eingeführt; mal Kastengesellschaft, mal eine klassenlose, mal eine rassenlose Gesellschaft eingeführt. Alle solche Veränderungen, sowohl zusammen als auch getrennt betrachtet, haben zum Ziel, wie man es heutzutage der Mode nach sagt „die Welt zum einem besseren Ort zu tun, als der, wo man jetzt lebt“.

Es ist noch nicht lange her, als redete man den Europäern ein, dass durch die Befreiung der Arbeiter- und Bauernklasse so große schöpferische Kräfte freigelassen werden, dass der daraus folgende Fortschritt die Menschheit zum Höhepunkt ihrer Entwicklung emporheben werde. Im Namen solcher erhobenen, weil für die ganze Menschheit geltenden Ziele, wurden ganze Zivilisationen vernichtet (die russisch-orthodoxe, die mandarin-chinesische, die französisch-katholische, die amerikanisch-angelsächsische- heutzutage eher die römisch-griechisch-christlich-europäische), damit von ihnen nicht einmal Spuren hinter bleiben. Das künftige versprochene Paradies rechtfertigte alle Maßnahmen, seien es die Todesfelder Kambodschas, die Konzentrationslager der Sowjetunion, der Verfall der Moral der Frankfurter Schule, die kulturelle Revolution von Maos Genossen, die Königsmorde in England, Frankreich und Russland und was auch immer. Das alles den möglichst vielen Menschen zugute.

Im zwanzigsten Jahrhundert wurden Arbeiter und Bauern auf den Schild erhoben. Gleichzeitig mit ihrer Verehrung wurden Nationen und ihre Traditionen gehasst. Menschen in den kommunistischen Ländern mussten den beiden Götzen, Arbeiter und Bauern, eine Verehrung entgegenbringen und sich für sie aufopfern, wofür ihren Enkelkindern unglaubliche Wunder hier im irdischen Paradies versprochen wurden. (Die Erlöser der Menschheit sichern sich so ab: das Paradies wird nie den Lebenden, sondern immer den noch nicht Geborenen versprochen.) Das Versprochene wurde nicht wahr, die Arbeiterklasse erwies sich trotzig und wollte ihre Gewohnheiten nicht aufgeben, so dass der Virus im einundzwanzigsten Jahrhundert mutierte und einen neuen Götzen auf die Welt brachte, der nun aufs Piedestal gestellt wurde: den farbigen Menschen. Seine Anwesenheit unter uns, seine Erhebung, wird solche schöpferischen Kräfte wecken, dass wir alle davon profitieren werden; bloß die Tatsache, dass er zu uns kommt, wird uns dermaßen bereichern, dass unsere alternden Eltern in ihren gemütlichen Seniorenheimen vor Freude strahlen werden, und unsere Enkelkinder, … unsere adoptierten farbigen Enkelkinder werden lange und glücklich leben. Das ist doch egal: wir sind doch alle Brüder, ein globales Dorf, eine große Menschenfamilie.

Was haben die Häresien noch gemeinsam? Erstens: sie sind begriffsstutzig und lassen keine Diskussion zu, obwohl sie ursprünglich selbst eine Rebellion gegen eine dominierende intolerante Ideologie waren. Kaum sind sie an der Macht, fällt es ihnen nicht einmal ein, ihren Gegnern gegenüber tolerant zu sein (politische Korrektheit). Zweitens: die Folge ihrer Tätigkeiten ist die biologische Vernichtung ihrer Überträger: die ketzerischen Gurus können ihre Anhänger aufrufen, keine Kinder angesichts dem kommenden Weltuntergang oder der Überbevölkerung in der Welt zu zeugen; oder den ethnischen Austausch zu akzeptieren, da ihre eigene Nation angeblich das Überleben nicht verdient habe und das von ihr angerichtete Übel abbüßen solle. Die Menschen, in denen Gemütern sich der Virus festsetzte, bleiben so davon beeinflusst, dass sie ihr Schicksal ruhig, gleichgültig, ja sogar mit Freude akzeptieren. So funktioniert die Religion.

Wir kennen ja alle die aztekische Sage über Quetzalcoatl, gefiederte bärtige Schlange, die zu ihrem Volk nach gewisser Zeit zurückzukehren versprach. Als Spanier in Mexiko auftauchten, erkannten die aztekischen Eliten in ihnen ihre Gottheit, und in ihrer Ankunft die Erfüllung der uralten Prophezeiung: die Priester sagten dem Volk, es solle Waffen niederlegen und die Ankömmlinge begrüßen. So wurde das Selbstverteidungsvermögen der Einwohner von Tenochtitlán gelähmt und im Keim erstickt. Die hätten sich doch gegen die Angreifer wehren können, die Ideologie ließ sie aber passiv bleiben; sie hätten doch den spanischen Glitzerschmuck ablehnen können, wollten der Versuchung aber nicht widerstehen. Und als sie ihre Gottheit durchschauten, wurde sie zornig. Oder es war doch umgekehrt. Sowieso war es zu spät für sie.

Die Geschichte der Menschheit ist voll von vielen ähnlichen Geschichten aus verschiedenen Ländern. Die britischen Kelten nahmen die Hilfe der Angeln und der Sachsen und wurden ihnen infolgedessen unterworfen und letztendlich von ihnen verdrängt; die Römer luden germanische Volksstämme zu sich ein, verdingten sie als Söldner, zahlten ihnen Tribut, das Resultat war die Plünderung Roms; die Polen holten sich Kreuzritter, damit sie sie vor Preußen verteidigen, am Ende wurden sie von den deutschen Rittern des Zugangs zur Ostsee beraubt; die Ostslaven (auf dem Gebiet der heutigen Ukraine) nahmen Waräger auf und wurden von ihnen beherrscht. Und so weiter und so fort.

Das spanische und aztekische Mexiko waren zwei politisch, kulturell und sozial ganz verschiedene Subjekte; das Imperium der Ottomanen stürzte Byzanz nicht um, sondern stützte sich darauf; Griechisch wurde durch das Türkische ersetzt, und die Basilika Hagia Sofia wurde zur Moschee des Sultans; unter dem Einfluss der Germanen wurde Latein zum Italienischen; Russland war zur Zeit der Sowjetunion nur von der Sprache her russisch; der allmähliche Zufluss der deutschen Umsiedler bereinigte das Gebiet zwischen der Elbe und der Oder von slawischen Stämmen, was nun noch die alten slawischen geographischen Namen beweisen.

Manche von den erwähnten Völkern oder Nationen verschwanden aus den Annalen trotz erbitterten Widerstands, manche begrüßten die auf sie zugehende Vernichtung mit einer unerklärbaren Freude: sprich manche handelten unter dem Einfluss des Virus, manche nicht.
Ein Mensch, der mit einem Virus eingesteckt ist, ist nicht mehr zu erkennen. Angesichts eines Kampfes hätte sein gesundes Ich gekämpft, sein angestecktes Ich holt für sich selbst und seine Familie die Vernichtung; das gesunde Ich hätte nicht einmal an Selbstmord gedacht; vom Virus (der Ideologie) eingesteckt, übergibt es sich dem Schicksal mit einem lähmenden Lächeln und verdammt seine Vorfahren, dass sie anders vorgingen. Es gab Zeiten, als die Europäer sich dessen rühmten, dass sie auf alle Kontinenten die Errungenschaften ihrer Zivilisation verbreiteten, dass sie anderen Völkern ihr Wissen über Medizin, Landwirtschaft, Technik, Kunst, Literatur, Bildungswesen, Staatsverwaltung und Recht vermittelten. Die Europäer von heute schämen sich für ihre Urgroßeltern und beklagen sie über alle vorstellbaren Schandtaten. Was für eine tiefgehende Veränderung!

Die Königin von England war einst die Kaiserin von Indien samt Pakistan; heutzutage ist ein Pakistaner der Bürgermeister von London, der einstigen Hauptstadt des Britischen Weltreiches. Als die britische Königin die Kaiserin Indiens war, waren die Briten ein Bruchteil der Gesamtbevölkerung Indiens und Pakistans. Heutzutage, wenn ein Pakistaner der Bürgermeister Londons ist, sind die Engländer eine Minderheit in der eigenen Hauptstadt. Und wer soll hier der Kolonisierung beschuldigt werden!