Sonntags ist in Deutschland für Kiosk-Angestellte der Tag, an dem die nichtverkauften Zeitungen an den Großhandel zurückgeschickt werden. Am 25. Mai hatte ich vier Exemplare der Samstagsausgabe der „Welt“ einzupacken. Dabei fiel mir auf, dass der Kommentar auf der ersten Seite während des Druckens komplett ausgetauscht worden war: bei einem der vier Exemplare hatte er den Titel „Die Abkühlung“, bei den anderen drei Exemplaren den Titel „Verstolperter Klimaschutz“. Nun wurde ich hellhörig, da Klimaschutz ein Thema ist, mit dem ich mich als studierte Naturwissenschaftlerin intensiv beschäftigt habe.
Bei dieser Beschäftigung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Argumente, die dazu verwendet werden, die Klima-Politik der auf IPCC-Linie liegenden Staaten zu begründen, nicht zu halten sind. Dazu ein Beispiel: „Da die gesamte anthropogene, also menschengemachte, CO2-Emission der Erde vom IPCC auf ungefähr 22 Milliarden Tonnen pro Jahr geschätzt wird, gehen Biologen davon aus, dass allein durch die Atmung aller Insekten unseres Heimatplaneten etwa 100-mal mehr CO2-Emissionen erzeugt werden.“ (Kurt G. Blüchel: Der Klimaschwindel). Dass sie nicht zu halten sind, ist mir nach meinen Recherchen sonnenklar, unklar ist mir hingegen, was genau der Zweck dieses gigantischen Betrugs ist. Vielleicht werfen die zwei Fassungen des Kommentars ein paar Schlaglichter auf diese Frage.
Ich habe mir die zwei Fassungen genau angesehen und konnte tatsächlich die Korrektur einiger journalistischer Fehler entdecken, aber auch eine komplette Veränderung der politischen Aussage des Kommentars. Während in der ersten Fassung einige interessante Argumente stehen, lässt es die zweite Fassung bei der allgemeinen Feststellung, dass Politiker ihre hohen Ziele bei der Umsetzung immer verwässern:
Die Abkühlung: „angebliche Bedrohung der Menschheit“
Verstolperter Klimaschutz: „Bedrohung der Menschheit“
Die Abkühlung: „Auch Berlin ist dem Reflex erlegen, sich einer wortreichen, gleichwohl abstrusen Klimaschutz-Show profilieren zu wollen.“
Verstolperter Klimaschutz: „Es ist ernüchternd, dass sogar Klimakanzlerin Angela Merkel diesem Reflex erliegt.“
Die Abkühlung: „Nach hitzigen Debatten gelang es Deutschland gar, alle 27 EU-Staaten auf ehrgeizige Klimaziele zu verpflichten. Haben die Staaten tatsächlich an deren Umsetzung geglaubt oder sich nicht eher an ihren allmachtsfantasien gesonnt?Seit aus Rhetorik Praxis werden soll, wird Berlin kleinlaut.“
Verstolperter Klimaschutz: „Nach hitzigen Debatten gelang es Deutschland vor 15 Monaten gar, alle 27 EU-Staaten auf sehr ehrgeizige Klimaziele zu verpflichten. Doch seither hat sich die Hitze merklich abgekühlt. Wunsch und Wille müssen sich immer mit der Wirklichkeit messen.“
Die Abkühlung: „Dann wieder ist es die Angst vor dem Groll der Wähler, die ältere Autos fahren oder ihr älteres Häuschen für enorm viel Geld wärmedämmen sollen.“
Verstolperter Klimaschutz: „Dann wieder ist es Angst vor dem Groll der Wähler.“
Interessant finde ich an diesem Vorgang:
Die Argumente der Klimakritiker, die im Internet sehr wohl zu finden sind, tauchen in den normalen Medien nicht auf. Wenn während des Drucks einer der größten deutschen Tageszeitungen aus einem klimakritischen Kommentar ein allgemein politikkritischer Kommentar wird, dann handelt es sich ganz offensichtlich nicht nur um die Korrektur von Schreibfehlern, sondern um eine gezielte Aktion zur Eliminierung von bestimmten Argumenten. Daraus kann man nur folgern, dass diese Argumente tabu sind.
Die Verfasserin weist in ihrer ersten Fassung darauf hin, dass es bei der offiziellen Klimapolitik um Allmachtsfantasien handelt. Ich möchte dies noch etwas ausführen. Während die Politik nicht einmal imstande ist, den ganz offensichtlich von Menschen gemachten Kurs der westlichen Hauptwährungen korrekt vorherzusagen oder gar zu verändern, glaubt das IPCC und der Chor der Klimapolitiker, dass man das Klima unseres Planeten durch den Erlasse einiger Gesetze steuern kann.
In der ersten Fassung wird darauf hingewiesen und in der zweiten Fassung verschwiegen, dass der Bürger das Opfer einer gigantischen Abzocke ist: Heute schon können wir kaum die nächste Tankfüllung unseres Autos oder die nächste Rechnung für das jährliche Heizöl bezahlen, morgen müssen wir unsere alten Autos verschrotten, weil sie nicht mehr den neuen Normen entsprechen oder unser Haus verkaufen, da wir uns die gesetzlich vorgeschriebenen Klima-Renovierungen nicht leisten können. In der Verbandszeitung der Haus- und Gartenbesitzer las ich neulich, dass sich Deutschland so seine „sub-prime“ Krise künstlich schafft.
Hätten gute Worte zwangsläufig sinnige Taten zur Folge, müsste um das Erdklima niemand bangen. Ob in Berlin, auf Bali oder in Brüssel, überall werden seit Jahren eifrig Betroffenheitselogen ausgetauscht und resolut Pakete geschnürt, wie dieser angeblichen Bedrohung der Menschheit denn zu begegnen sei. Davon abgesehen, dass viele Ansätze der kämpferischen Ordnungswut von Grund auf fragwürdig sind: Sobald auf die Rhetorik Fakten folgen sollen, kühlt im Kampf gegen die Erderwärmung ohnehin prompt die Begeisterung ab. Auch Berlin ist dem Reflex erlegen, sich einer wortreichen, gleichwohl abstrusen Klimaschutz-Show profilieren zu wollen.
So wird es nun wohl keine Kfz-Steuer geben, die Anreize zum Kauf umweltfreundlicher Autos bietet. Weil die Umstellung des Steuersystems nicht nur teuer, sondern in der Wirkung fraglich ist, tritt Berlin auf die Bremse. Noch 2007 hat sich Kanzlerin Merkel, damals EU-Ratspräsidentin und G8-Chefin, als Visionärin in Sachen Klimaschutz feiern lassen. Nach hitzigen Debatten gelang es Deutschland gar, alle 27 EU-Staaten auf ehrgeizige Klimaziele zu verpflichten. Haben die Staaten tatsächlich an deren Umsetzung geglaubt oder sich nicht eher an ihren allmachtsfantasien gesonnt?Seit aus Rhetorik Praxis werden soll, wird Berlin kleinlaut.
Egal ob beim nationalen Emissionshandel oder beim Bio-Diesel, ob bei Kohlendioxid-Grenzen für Autos, beim Gebäudepass oder den Ökostrom-Zertifikaten, Merkels Minister sind sich uneins und blockieren aus den verschiedensten Gründen Maßnahmen. Mal bangt Berlin um die Arbeitsplätze der Industrie, mal um das Ökostrom-Subventionssystem. Dann wieder ist es die Angst vor dem Groll der Wähler, die ältere Autos fahren oder ihr älteres Häuschen für enorm viel Geld wärmedämmen sollen.
Der Fehler Berlins lag indes bereits darin, ein so ausuferndes Thema wie Klimaschutz überhaupt zum Gegenstand politischer Selbstprofilierung zu machen. Mit solchen Unterfangen ist bisher noch fast jeder gescheitert.
Verstolperter Klimaschutz
Hätten gute Worte zwangsläufig ebensolche Taten zur Folge, müsste niemand um das Erdklima bangen. Ob in Berlin oder auf Bali, in Brüssel oder bei den UN in New York, rund um den Globus werden seit Jahren eifrig Betroffenheitselogen ausgetauscht und resolut Pakete geschnürt, wie dieser Bedrohung der Menschheit zu begegnen sei. Doch sobald auf die Rhetorik Handeln folgen sollen, kühlt im Kampf gegen die Erderwärmung prompt die Begeisterung ab. Es ist ernüchternd, dass sogar Klimakanzlerin Angela Merkel diesem Reflex erliegt.
Wo immer aus Klimaschutzideen konkrete Politik werden sollte, zaudert Berlin. Jetzt trifft es auch die Kfz-Steuer, die Anreize zum Kauf umweltfreundlicher Autos hätte bieten sollen. Weil die Umstellung aber nicht umsonst zu haben ist, tritt die Regierung auf die Bremse. Vielleicht ist es auch der Zweifel am absoluten Wurf, der nun langsam greift. Noch 2007 hat sich Kanzlerin Merkel noch 2007, damals EU-Ratspräsidentin und G-8-Chefin, als Visionärin feiern lassen. Nach hitzigen Debatten gelang es Deutschland vor 15 Monaten gar, alle 27 EU-Staaten auf sehr ehrgeizige Klimaziele zu verpflichten. Doch seither hat sich die Hitze merklich abgekühlt. Wunsch und Wille müssen sich immer mit der Wirklichkeit messen.
Egal, ob beim nationalen Emissionshandel oder beim Bio-Diesel, ob bei Kohlendioxid-Grenzen für Autos, beim Gebäudepass oder den Ökostrom-Zertifikaten, Merkels Minister sind sich uneins und blockieren. Mal bangt Berlin um Arbeitsplätze, mal um das Ökostromsubventionssystem. Dann wieder ist es Angst vor dem Groll der Wähler.
Selbstredend muss die Koalition den Wirtschaftsstandort und die Arbeitsplätze im Blick behalten. Wohl wahr: wirksamer Klimaschutz tut weh, sonst gäbe es ihn längst. Doch er muss eben auch begründet sein. Diese Regierung hat sich zu voreilig und unüberlegt, dem Kampf gegen Treibhausgase und Erderwärmung verschrieben und hat den EU-Mitgliedern strenge Ziele aufgezwungen, die unrealistisch sind. Jetzt rudert man zurück.
EditoRosenkranz, une impératrice à la Hofburg?Tuesday, 09 March 2010 | Wiilly BauerRosenkranz, littéralement la couronne de roses, pourrait être le prochain titulaire du siège à la Hofburg. - Non Pröll n'ira pas. Eva Glawischnig... + Full Story
mod_dbrss2 AJAX RSS Reader poweredbysimplepie
Deutsche Seite
Die 4. Gewalt im StaatThursday, 04 March 2010 | H-J. Fandrich
Hat jemand beherzte Journalisten im Mainstream gesehen ? In den alternativen Medien und Blogs ist der Mut zu Hause. Im Mainstream kann ich ihn kaum finden. Schade.. Die 4. Gewalt im... Weiter lesen
Die Türkei erwacht: Absatzbewegung aus dem westlichen LagerFriday, 26 February 2010 | Franck Biancheri - LEAP/E2020Während in der gegenwärtigen umfassenden Krise die Macht der USA und die militärische Stärke des Westens, auf der diese Macht beruhte, rapide zerfällt, beginnt die Türkei ihre außenpolitische Interessenlage zu überdenken und neu zu definieren. Die... Weiter lesen
Blog Italiano
Decreto "interpretativo" e stato d’eccezione: adesso basta!Monday, 08 March 2010 | Maurizio Carena "Caos liste" il Consiglio dei Ministri vara il decreto "interpretativo". Il Quirinale disponibile a esaminarlo. Per Bersani è "un trucco". Per Di Pietro " è "un golpe". I cittadini devono dire BASTA. Anche Mussolini e Hitler erano a capo di... Legga più
Università: Quella che si gioca, una grande partitaThursday, 04 March 2010 | Loreza Masè“L’Università è nostra- ha detto Elena Guercia, Rappresentante degli Studenti - ci sono tante cose sbagliate, dei cambiamenti vanno fatti e noi studenti dovremmo partecipare di più”. Quella che si gioca è una grande partita: si sente la necessità... Legga più
I giovani hanno bisogno di modelli positivi.Thursday, 04 March 2010 | Francesco RossoliniFiniamola di esaltare disadattati semianalfabeti - I modelli positivi dovrebbero essere rappresentai da letterati, matematici, fisici, medici, giuristi, pensatori e certamente anche dagli esponenti più rappresentativi delle avanguardie artistiche. Legga più
Nederlandse Blog
We zijn allemaal IJslanders, beu om te betalen voor de blunders van banken!Thursday, 04 March 2010 | NewropeansWij als Newropeans zouden graag een paar reacties willen geven op het gevecht dat jullie momenteel voeren tegen de ongepaste chantage van de Britse en Nederlandse overheden, aangaande de schulden van de failliete IJslandse... Lees meer
[Europese gedachten] Oh jee, daar gaat de reputatie van Nederland! Thursday, 04 March 2010 | Chris AalbertsAfgelopen week viel de regering over de Nederlandse aanwezigheid in de Afghaanse provincie Uruzgan. Buitenland- en defensie-experts zagen het met veel verbazing en irritatie aan. Zij benadrukten het grote belang van de Nederlandse aanwezigheid in... Lees meer
Página española
PIGS versus USAThursday, 04 March 2010 | Luis CasadoLos países en cuestión son los llamados PIGS, “cerdos” en su acrónimo inglés: Portugal, Ireland, Greece, Spain. Acojonados, los “cerdos” anuncian medidas para reducir sus déficits, disminuir el gasto público, retrasar la edad de la jubilación,... Lea el artículo
Si les candidats à l’élection étaient le syndic de votre co-propriété, les croiriez-vous? Imaginez l’Europe comme un immense bâtiment en co-propriété dont les habitants de votre pays habiteraient une aile et auraient la gestion du fonctionnement de cette partie du bâtiment. Le gouvernement, c’est le syndic ; il gère les affaires courantes de la partie de l’immeuble que vous partagez avec d’autres locataires ou propriétaires: nettoyage, sécurité, entretien des couloirs et des ascenseurs, rémunération du personnel, et bien sûr fixation des charges. Imaginez que chaque pays de l’Union européenne occupe et gère de façon semblable une partie de ce grand bâtiment... Un éditorial de Philippe Portalier écrit à l'occasion des élections présidentielles en France en 2007, d'actualité pour les prochaines régionales: Le bon sens européen absent de la campagne électorale en France
Join us
Le débat politique vous dérange,
vos convictions européennes
vous démangent
768,8 billionSunday, 21 February 2010
Japan 768,8 billion dollars
China 755,4 billion dollars
United Kingdom 302,5 billion dollars
Brazil 160 billion... + Full Story